Date keinen Narzissten! Oder doch?! - Die Superpower jenseits der Einsamkeit
- Sandra Reudenbach
- 27. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Jan.

Wie die Angst vor dem Alleinsein verschwindet – und echte innere Autorität entsteht - ein anderer Blick auf die Pleaser-Narzissten-Dynamik
Es gibt einen Wendepunkt, an dem etwas Grundlegendes kippt:
Der Moment, in dem du keine Angst mehr vor Einsamkeit und Alleinsein hast.
Nicht aus Trotz. Nicht aus Vermeidung. Sondern weil du innerlich "satt" bist.
Und genau dort liegt eine echte Superpower verborgen.
Denn wenn du keine Angst mehr vor deiner eigenen Gesellschaft hast – wenn du dir selbst zur/zum besten Freund:in wirst – hörst du auf, faule Kompromisse einzugehen. Du verkaufst dich nicht mehr. Du lässt dich nicht mehr missbrauchen. Nicht, weil du hart wirst, sondern weil du bewusst bist. Weil du nicht mehr brauchst. Weil du entscheiden kannst.
Das ist der Punkt, an dem Freiheit beginnt.
Keine Angst mehr, wieder auf einen Narzissten reinzufallen
Viele Menschen, insbesondere sensible, feinfühlige Menschen mit Trauma-Hintergrund sind "Narzissmus-Magneten" - wie ichs gerne nenne! Sie tragen eine tiefe Angst in sich:„Was, wenn ich wieder auf einen Narzissten reinfalle?“
Diese Angst ist verständlich – vor allem, wenn du People Pleaser warst, Anpassungsprofi, in der Fawn-Response sozialisiert. Wenn Nähe früher unsicher war. Wenn Bindung mit Selbstverrat einherging.
Doch die Wahrheit ist:
Die eigentliche Gefahr liegt nicht im Narzissten.Sie liegt im Mangelzustand in uns selbst.
Solange wir aus Angst vor dem Alleinsein handeln oder aus anderen nicht befriedigten, vielleicht auch unbewussten Bedürfnissen, auf die wir uns keine Erlaubnis erteilen, sind wir manipulierbar.
Solange wir jemanden brauchen, um uns ganz zu fühlen (ja, ich weiß, das klingt sehr absolut. Und ist es vielleicht auch!), verlieren wir unsere Autorität.
Wenn diese Angst jedoch wegfällt, verändert sich alles.
Wichtige Differenzierung: Wovon hier die Rede ist – und wovon nicht
Bevor wir tiefer gehen, eine klare Einordnung: Hier geht es nicht um malignen Narzissmus und nicht um eine ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Es geht um grandiosen Narzissmus in abgestufter Form oder auch den vulnerablen Narzissmus (auch: weiblicher Narzissmus) – um Menschen mit narzisstischen Anteilen, mit Charisma, Präsenz, Anziehungskraft, aber auch mit blinden Flecken, Abwehrmechanismen und mangelnder Selbstreflexion. Diese Differenzierung ist essenziell. Denn sie entscheidet darüber, ob Begegnung grundsätzlich gefährlich ist – oder bewusst gestaltbar.
Anmerkung: Ich spreche allgemein zwar vom "Narzissten", damit klar ist, worum es hier geht, aber ich versuche trotzdem nicht in dieser Kategorie zu denken und vor allem: die Menschlickeit dabei nicht zu vergessen.
Innere Autorität: Der Wendepunkt für People Pleaser und Fawn-Responser
Wenn du aus dem People-Pleasing und dem Fawn-Modus herausgewachsen bist, oder ihn zumindest erkannt hast und im Prozess bist, passiert etwas Radikales:
Du hörst auf, dich über Anpassung zu regulieren.
Innere Autorität bedeutet:
Du weißt, wer du bist.
Du kennst deine Grenzen – nicht als Konzept, sondern verkörpert.
Du bleibst bei dir, auch in Nähe, auch in Intensität.
Und genau das ist der Grund, warum du keine Angst mehr haben musst, wieder auf einen Narzissten hereinzufallen.
Nicht, weil du sie vermeidest. Sondern weil du ihnen auf Augenhöhe begegnen kannst
Ja – man kann Narzissten daten. Mit klaren, verkörperten Grenzen.
Das mag provokant klingen, aber es ist wahr – und erfahrungsbasiert.
Man kann Narzissten daten. Man kann mit ihnen sein. Und man kann dabei genießen – ohne sich zu verlieren. Man muss jedoch wissen, was man will und auch, was man von ihnen haben kann und was nicht. Das klar zu haben, ist essenziell für diese Begegnung und die bewusste Gestaltung dessen.
Der Schlüssel ist nicht Vermeidung.
Der Schlüssel ist Bewusstsein.
Der Schlüssel ist Wachstum und Lernen.
Wenn du:
dich selbst durchschaut hast
deine eigenen Schatten kennst
dein eigenes manipulatives oder missbräuchliches Verhalten reflektiert hast
mit deiner Dunkelheit im Frieden bist
… dann bist du nicht mehr gefährdet.
Im Gegenteil: Du kannst klar konfrontieren. Du kannst benennen. Du kannst bleiben oder gehen – alles wird frei. Du wirst frei und du kannst frei entscheiden!
Und nein: Das macht dich nicht zum Narzissten.
Wenn überhaupt, bist du vielleicht ein Dark Empath – jemand mit Tiefe, Empathie und Zugang zur Dunkelheit, ohne von ihr verschluckt zu werden.
Dark Empaths haben keine Angst vor Narzissten, wenn ihr Dark Empath-Dasein bewusst und verkörpert ist .
Sie kennen sich im Schatten aus. Und genau das ist ihre Superpower.
Wenn du mehr zum Dark Empath erfahren willst, lies gerne meinen Blogartikel "Dark Empaths - zwischen Licht, Schatten und Bewusstsein"
Warum Vermeidung eine Illusion ist
„Zieh klare Grenzen!“
„Schlag Türen frühzeitig zu!"
„Nimm deine Beine in die Hand und renn!“
Das klingt vernünftig – funktioniert aber oft nicht aufgrund einer inneren Diskrepanz!
Kannst du diese fühlen? Erlaubst du sie dir? Kennst du das?
Sie zeigt sich so:
Ein Teil von dir fühlt sich hingezogen.
Ein anderer Teil sagt: „Nein, das solltest du nicht. Das darf dir nicht nochmal passieren.“
Diese innere Spannung ist kein Fehler. Sie ist ein Hinweis. Und sie geht nicht einfach weg. Sie wird dir wieder begegnen, weil es hier etwas zu lernen gibt. Die Anziehung ist ein Hinweis auf etwas in dir. Und der andere Teil sagt dir: Sei vorsichtig!
Beides kann und darf co-existieren. Es geht um die Erlaubnis und ein paar weitere Dinge, die es zu beachten gilt und die du erfährst, wenn du den Artikel bis zum Ende liest.
Statt zu urteilen, braucht es Präsenz und Wahrnehmung:
Ah. Da ist ein Ja und ein Nein gleichzeitig.
Es geht hier nicht um Moral. Lass uns diese mal beiseite schieben und ehrlich hinschauen. Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:
Was gefällt mir daran?
Was zieht mich an, was stößt mich ab?
Was sind meine Bedürfnisse?
Was ist meine Sehnsucht?
Was brauche ich wirklich?
Was kann ich halten?
Was ist meine Geschwindigkeit?
Welchen Schritt kann ich gehen, ohne mich zu schädigen?
Bewusste Auseinandersetzung und sich wirklich ehrlich anschauen und hinterfragen, "damit-sein" anstatt Wegzudrücken, Vermeidung und Härte! Nur wenn wir weich werden, können wir heilen.

Neugier als Schlüssel für Containment und Selbstkenntnis
Was es in diesen Momenten braucht, ist Neugier.
Neugier verändert sofort die innere Position. Sie bringt uns aus Verstrickung in eine Beobachterrolle – ohne Abspaltung, ohne Kälte, ohne Härte,
Neugier bedeutet:
Ich nehme wahr, ohne zu urteilen.
Ich darf innerlich einen Schritt zurücktreten.
Ich lasse das Gegenüber sein – und kümmere mich um mich.
Containment entsteht genau hier. Nicht, indem wir kontrollieren, sondern indem wir uns selbst halten. Das ist nämlich unsere Aufgabe und nicht die von Anderen. Sehnsucht darf man haben, sie ist existenziell. Aber sie darf UNSERE sein. Und nicht die, die ein anderer Mensch zu erfüllen hat,
Der Fokus verschiebt sich weg vom Gegenüber:
Nicht „Was macht der Narzisst falsch?“
Sondern:
Was passiert gerade in mir?
Wo spannt sich mein Körper an?
Wo verliere ich mich?
Wo werde ich weich?
Neugier macht Begegnung zu einem Lernfeld.
Nicht zu einem Kampf. Nicht zu einem Drama.
Sie reduziert Erwartungen, die rosarote Brille und lässt uns ein Geschehen realistisch einschätzen ohne uns darin zu verlieren.
So lernen wir uns selbst kennen – und werden uns selbst zur Freund:in.
Sehnsucht ist kein Feind – sie will bewusst gelebt werden
Bei mir ist es oft eine tiefe Sehnsucht nach Gehaltenwerden. Nach Weichheit. Nach dem Nicht-immer-stark-sein-Müssen. Nach Frau-Sein.
Und dann kommt der nächste Schritt: Nicht wegdrücken. Nicht analysieren. Sondern annehmen.
Erfahrung ist der einzige Weg, Angst zu entlernen. Ohne Erfahrung kapitulieren wir vor ihr.
Sehnsüchte brauchen:
Raum
Erlaubnis
Verkörperung
Bewusstes Erleben
Nicht jede Begegnung erfüllt alles.
Aber jede echte Berührung kann etwas lehren.
Das eigentliche Geheimnis: Containment und Selbstkenntnis
Die wirkliche Sicherheit kommt nicht von außen.
Sie kommt aus:
Containment
tiefer Selbstkenntnis
verkörperter Autorität
einem erfüllten Leben – auch mit Partnerwunsch
Und aus einem radikalen Schritt, den viele auslassen:
Die ehrliche Konfrontation mit den eigenen Schatten.
Wer seine eigenen manipulativen Strategien nicht kennt, ist gefährdet.
Wer sie kennt und integriert hat, ist frei.
Freiheit bedeutet: Du brauchst nichts – und darfst alles wollen
Wenn du nichts brauchst, bist du nicht mehr abhängig. Wenn du dich nicht verlierst, kannst du genießen. Wenn du bei dir bleibst, kannst du wählen. Und genau hier entsteht echte Freiheit in Beziehung – auch mit narzisstischen Anteilen im Gegenüber.
Ob daraus wirklich eine Beziehung erwächst, möchte ich hier gerne offen lassen, sehe ich die Dinge doch meist als Erforschungs- und Lernfeld für Wachstum! Es ist nicht das Ziel, den "Narzissten zu ködern", sondern wenn überhaupt: frei zu werden, nicht mehr zu vermeiden und immer angstfreier zu werden.

Einladung zur Begleitung
Im Embodied Soulpath Program geht es um
verkörperte Sicherheit
innere Autorität
Trauma-Integration
Schattenarbeit und
gelebte Freiheit.
Wenn es in dir eine Sehnsucht gibt, der du dich nicht traust zu folgen. Wenn Angst dich zurückhält – nicht, weil du schwach bist, sondern weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast.
Wenn du lernen willst, bei dir zu bleiben, während du dich dem Leben öffnest:
Dann ist das meine Königsdisziplin.




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